Dalnic/Dálnok

Die Gemeinde liegt in malerischer Gegend am Fuße des östlichen Höhenrückens des Bodoki- Gebirges. Die meisten Touristen besuchen das György-Dózsa-Denkmal und die unter Denkmalschutz stehenden evangelisch-reformierte Kirche. Letztere beherbergt auch einen der jüngsten Runenschrift-Funde des siebenbürgischen Székelyföld/Szeklerland. In Dalnic/Dálnok befindet sich auch das Lázár-Beczásy Herrenhaus (erbaut 1753) und das Gál- Borbáth Herrenhaus (1844) sowie das Bartha-Haus.

Lage

Über die Landstraße Nr. 11 gelangen wir 3 km von Moacșa/Maksa entfernt zu der Kreuzung, an der man nach Dalnic/Dálnok abbiegen kann: wenn wir uns hier links (Richtung Norden) halten, erreichen wir nach 1 km die Gemeinde Dalnic/Dálnok. Direkt an der Straße gibt es einzelnstehende Sandsteinfelsen und durch Erosion entstandene Zeugenberge zu bestaunen, die spektakulären Überbleibsel des einstigen Gebirges, das mittlerweile unter die Oberfläche des Targu-Secuiesc Beckens abgesunken ist.

 

Vom Dálnoker Gipfel hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Niederung von Râul Negru/Feketeügy und den malerischen Gebirgssaum, der das Targu-Secuiesc-Becken/ Felsőháromszéki medence umrahmt. In Richtung Nordosten erstreckt sich auf dem Flachland die Gemeinde Mărcușa /Kézdimárkosfalva. Unterhalb des gegenüberliegenden Gebirgsfußes erstrahlen bei klarem Wetter die modernen weißen Kurhotels der Badestadt Covasna /Kovászna, daneben die Kirchenburg von Zăbala/Zabola, im Hintergrund die Háromszék-Gebirge–  mit den Anhöhen Ernei /Nagyzernye und Varful Lacauti /Lakóca.

Sehenswürdigkeiten

Den Hauptplatz der Gemeinde überragt eine monumentale Ganzkörperstatue György Dózsa´s, die 1976 aufgestellt wurde. Schräg gegenüber des Denkmals befindet sich die denkmalgeschützte evangelisch-reformierte Kirche, die ihre heutige Gestalt mehrmaligen Reparaturen und Umbaumaßnahmen zu verdanken hat. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde sie im gotischen Stil neugestaltet, bei ihrer Renovierung im Jahre 1977 stieß man auf ein Detail eines in Putz gemalten Textes in Runenschrift, der allerdings noch nicht endgültig entziffert wurde. Bei dem großen Szekler Tor vor der Kirche handelt es sich um Schnitzarbeiten der Gebrüder Haszmann aus Cernat/Csernáton (1978). Schräg gegenüber der Kirche liegt das Schulgebäude der Elementarschule des Orts, die eine von den Schulen war, die der ungarische Staat 1896 zum tausendjährigen Jubiläum der Landnahme gestiftet hatte.

Gegenüber der Schule an der nächsten Straßenecke erstreckt sich der Beczásy-Garten. Die Familie der Grundbesitzer, die ursprünglich aus Armenien stammte, hatte sich Anfang des 19. Jahrhunderts hier in Dalnic/Dálnok niedergelassen. So gelangte das Lázár-Herrenhaus in ihren Besitz, das auf den Ländereien gelegen war und vermutlich im XVII. Jahrhundert errichtet, jedoch mehrmals umgebaut wurde, heute den Namen Lázár-Beczásy-Herrenhaus trägt und in seinem äußeren Erscheinungsbild spätklassizistische Züge aufweist. Im Dorf stößt man noch auf mehrere Villen von Denkmalwert. So zum Beispiel das recht verfallene Lázár- Herrenhaus (erbaut 1753) und das Herrenhaus Gál-Borbáth (erbaut 1844) sowie das Bartha-Haus. (19. Jahrhundert).

Die evangelisch-reformierte Kirche

Erwähnenswert in der Innenausstattung der Kirche sind vor allem die originalen Brüstungen der Empore und des Kirchengestühls, deren Malereien die alte ortstypische Ornamentik neu interpretieren, sowie das geschnitzte, reichdekorierte Kanzeldach (Schalldeckel).

Der heutige Glockenturm wurde zwischen 1914-1922 erbaut. Auf der Innenwand des Glockenturms wurden Gedenktafeln zum Millezentenarium und für die 19 im Freiheitskampf von 1848-49 gefallenen Helden aus Dalnic/Dálnok angebracht. 

Berühmte Persönlichkeiten aus dem Dorfe

Die berühmteste Persönlichkeit, die in diesem Dorf geboren wurde, ist zweifelsohne György Dózsa, der seine ganze Kindheit hier verbrachte und erst nach dem Tode seines Vaters nach Ghindari /Makfalva gelangte. Außer ihm gab es allerdings noch zahlreiche weitere Berühmtheiten, die aus Dalnic/Dálnok stammten. Hier wären z.B. Gerzson Veress zu erwähnen, ein Kuruzen-Dichter und Geschichtsschreiber aus dem 17. Jahrhundert; Mihály Nagy zu Dalnic/Dálnok, (1612-1648) und Lőrincz Nagy zu Dálnok (1614-1661), die am Unitarier-Kolleg in Cluj-Napoca/Kolozsvár dozierten, und von denen ersterer theologischer Schriftsteller und letzterer hebräischer Philologe war, desweiteren noch Demeter Veress zu Dalnic/Dálnok (18. Jahrhundert) Schriftsteller im kirchengeschichtlichen Bereich.

In Dalnic/Dálnok wurde auch Géza Földes (1857-1937) geboren, der als Pädagoge, Journalist und Herausgeber tätig war; ebenso wie Jenő Darkó (1880-1940) Byzantinologe und Herausgeber, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften  [ung.: MTA]; Dénes Kozma (1875-1925) der Wegbereiter der ungarischen Agrarliteratur sowie Albert Hadnagy (1901-1967), Direktor des Archivs.

Aus einer hiesigen Familie stammte auch der Schriftsteller und Dichter József Gaál (1811-1866), sowie zwei Generäle: Lajos Veress aus Dalnic/Dálnok, Militärgeschichtsschreiber (1889-1976) und Kommandant  des  II. Ungarischen Heeres, sowie Miklós Béla aus Dalnic/Dálnok (1890-1948), ungarischer Ministerpräsident und Kommandant des I. Heeres.

Kuriositäten

Im Wald von Dalnic/Dálnok gibt es mehrere noch nicht erschlossene schwefelhaltige Heilquellen, (Mungorcsi, Szászné, Víztisztája, Kenderesi), die man in der Vergangenheit bei rheumatischen Erkrankungen in Form von Badekuren zur Heilung einsetzte. Ein mit dem blauen Dreieck markierter Wanderweg verbindet das Dorf mit dem östlichen Gebirgszug des Bodoki-Gebirges, auf dem ein weiterer Wanderweg (mit blauem Kreuz gekennzeichnet) verläuft.