Seine jungen Jahre

Am 10 Februar 1810 kam er im siebenbürgischen Mărcușa/Kézdimárkosfalva in einer reformierten Szekler Familie zur Welt. Im Kolleg von Aiud/Nagyenyed begann er, sich mit Portraitmalerei zu beschäftigen und studierte anschließend in Sibiu/Nagyszeben Malerei.

 

1829 ging er an die Wiener Akademie, wo er Schüler des Meisters Johan Ender wurde, allerdings studierte er dort nur einige Monate. Zwar war er mit einigen Lehrprinzipien der Akademie nicht einverstanden,  aber es war dennoch hier, dass er die charakteristischen Züge der bürgerlichen Wiener Portrait- und Genremalerei beobachtete und erlernte. 1830 kehrte er nach Cluj-Napoca/Kolozsvár zurück, wo er von Gábor Barra, einem namhaften Vertreter der Lithografie die Kunst der Lithographie (Steindruckverfahren) erlernte. Seine mit dieser Technik gestalteten Bilder waren während seiner gesamten Lebzeiten auch immer sehr gefragt.

Die Miklós Barabás Lithografie über Sándor Petőfi

1830-1840

1831 erhielt er einen Ruf nach Bukarest wo er ein gefragter Portraitmaler wurde und nebenbei auch zahlreiche Miniaturen anfertigte.

1833 ging er nach Venedig, um an der dortigen Akademie zu studieren, aber auch hier hielt es ihn nicht lange. Von hieraus brach er auf, um gemeinsam mit dem Schotten William Leighton – Leitch - auf seine italienischen Wanderjahre zu gehen. Barabás erlernte von Leitch die aktuellsten Techniken der Aquarellkunst und schuf dank Leitchs Einfluss zahlreiche Aquarelle über italienische Landschaften. Eine wichtige Epoche in seinem Leben.

1835 kehrte er nach Pest zurück, wo er die in Venedig gemalte Kopie eines Veronese-Bildes vorstellte und damit enormen Erfolg erntete.

 

Von diesem Zeitpunkt an lebte und arbeitete er mit kürzeren Unterbrechungen in Pest. 1836 wurde er Fernmitglied der Akademie.

Blaue Grotte, 1835
Im Atelier, 1838

1840-1850

Einige seiner Bilder verströmen – ganz im Geiste der Zeit - eine gefühlvolle Biedermeieratmosphäre. Sein im Jahre 1842 gemaltes Aquarell, das die Grundsteinlegung der Kettenbrücke festhält, berichtet als eines der allerersten Werke über das Ereignis.

Grundsteinlegung der Kettenbrücke, 1842

Ab den vierziger Jahren wandte er sich neben der Malerei auch verstärkt der Lithographie zu. Mit seinen Lithographie-Portraits verewigte er die Gesichtszüge sämtlicher bedeutenden Persönlichkeiten seines Jahrhunderts.

Barabás ging auf die Darstellungswünsche des Publikums ein, indem er bei seiner Ölmalerei nicht den lockereren, großzügigeren Stil der Aquarellmalerei übernahm. Bei den meisten seiner Portraits hält er sich an seinen früheren, idealisierenden Stil, indem er mit seinen Portraits vorteilhafte Eigenschaften hervorhebt.

Nach der Niederschlagung des Freiheitskampfes erholte er sich nur langsam von seiner tiefen Trauer, um anschließend jedoch seine gewohnten Arbeitsweise wieder aufzunehmen. 

Portraits des Grafen Lajos Batthyány, Franz Liszts und Artúr Görgeys 

1850-1860

In den Jahren 1850-1860 ging die Zahl seiner Aufträge beträchtlich zurück, sodass ihm nichts anderes übrig blieb, als sich mit der ihm ein wenig fremden Altarbildmalerei und der Photographie über Wasser zu halten.

1859 erhielt er die Genehmigung, eine Vereinigung der Bildenden Künstler zu gründen, deren Direktor er ab 1862 bis zu seinem Tode war. 

In den fünfziger Jahren brachte er auch das Bild des Kaisers Franz Joseph zur Leinwand. Barabás wurde häufig kritisiert, dass er im Laufe seiner langen Karriere keinerlei Entwicklung durchlief und nichts an seinem Malstil änderte. Er war ein Anhänger der repräsentativen Portraitkunst und obwohl er in diesem Genre hervorragende Arbeit leistete, erscheinen seine Gruppen- und Genrebilder - mit heutigen Augen des 21. Jahrhunderts betrachtet – ein wenig steif und auch seine Kompositionen weisen gewisse Mängel auf. 

Nachleben

Er portraitierte nahezu sämtliche wichtigen Gestalten, Schriftsteller, Künstler und Politiker seiner Zeit, wobei er sein Talent der Charakterdarstellung und seine hervorragende künstlerische Technik unter Beweis stellte.

Man trifft seine Werke in der ungarischen Nationalgalerie, im Petőfi Literaturmuseum, in Cluj-Napoca/Kolozsvár, Bukarest und mehreren Museen in Siebenbürgen an.

Einem breiten Publikum wurden seine Arbeiten im Rahmen von Ausstellungen zu seinem Gedenken im Jahre 1948 (Im Museum der Schönen Künste/ Szépművészeti Múzeum) und 1995 (Im Szekler Nationalmuseum in Sfântu Gheorghe/Sepsiszentgyörgy) vorgestellt.

Seine Villa in der Városmajor utca hat die lokale Stadtverwaltung im Jahre 2000 renovieren lassen: das Gebäudeensemble mit dem angrenzenden Park dient heute als Kulturzentrum.